Voll krasse Anmache, Mann!

„Ey Mann, Gott muss dich doch voll vermissen unter seinen Engeln, Mann!“ Vor mir steht ein schmaler dunkelhaariger Typ Marke Macho mit zu viel Haargel und strahlt mich an. Jetzt wird er doch verlegen, es verwirrt ihn, dass ich ihn mit großen Augen anstarre. Geil. Ein Klischee; und ich dachte, das gibt’s gar nicht. Darüber muss ich so grinsen, dass er sich ermutigt mir gegenüber setzt. Er streckt die Hand aus: „Wie heißt du, Mann?“ Ich ergreife seine Hand und sage meinen Namen. Ich kann es mir nicht verkneifen ein: „…Mann“ hinterherzuschieben. Es fällt ihm nicht auf, er will mich überreden mit ihm und seinem Kumpel (Ein zweiter Macho winkt von weiter vorne) in den Club zu gehen. Ich sage ab, weil ich am nächsten Morgen in die Uni muss. „In die Uni? Was machst du denn da?“ – „Online-Journalismus.“ – „Was?“ – „Online-Journalismus.“ – „Ah.“ Er schweigt, ich springe auf, er auch und hastet vor mich. Er versperrt mir den Weg nach draußen und sagt: „Ey, du musst noch bleiben!“ Ich will mich an ihn vorbeidrängen, aber er macht sich noch breiter: „Ey, Mann!“ Das Licht oberhalb der Tür fing an hektisch zu blinken und sie ging zu. Ich erklärte dem Macho: „Hast du jemals schon mal ein Mädel mit der Nummer rumgekriegt? Wohl kaum.  Sowas kommt nicht an. Überleg doch mal.“ Verblüfft schaut er mich an: „Du hast Recht!“ Über seinem Kopf erscheint ein Heiligenschein und er sagt: „Danke, du hast mich erlöst!“ Okay, das ist gelogen. In Wahrheit fängt das Licht hektisch an zu blinken, die Tür schließt sich und ich gebe wütende Sätze von mir, die freundlich zusammengefasst ungefähr so lauten: „Würdest du freundlicherweise die Tür freimachen, damit ich aussteigen kann, bitte?“ Er ist entrüstet: „Ey, du…“ Okay, beenden wir diesen Artikel hier lieber. Zum Abschied schenkt er mir noch mal ein strahlendes Lächeln… und einen Stinkefinger.

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2 Gedanken zu “Voll krasse Anmache, Mann!

  1. Wie geil! Ich glaube meine Reaktion wäre ganz anders gewesen, ich hätte nicht so cool bleiben können.
    In dem Moment als er sich vor dich gestellt hat und „Ey Mann“ gesagt hat, wäre ich an deiner Stelle garantiert vor Angst geflüchtet :P

    1. Na ja, flüchten konnte ich ja eh nicht, er hat mir ja den Weg versperrt. Außerdem war er eigentlich nicht so bedrohlich, er wollte mich ja nur in den Club mitschleifen und war davon überzeugt, dass mein Nein wohl ein Ja war… Macho eben :D

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