Bernd und Simone

Wie wahnsinnig atemberaubend muss man jemanden finden, um diesen Menschen in der Bahn anzusprechen? Er musste die Antwort wissen, denn nachdem er geschaut und geschaut, und für sich allein gelächelt hatte, ging er zu ihr. „Hallo, ich bin Bernd, wer bist du?“, so oder so ähnlich. Bernd -denn so heißt er hier jetzt- tat das so selbstbewusst, als kenne er schon ihre Reaktion. Sie schüttelten ihre Hände; sie hätte ich gar nicht verstehen können, denn sie war eine leise und kleine Person. „Ich bin Simone“, hätte sie sagen können. „Ich wollte schon längst rüberkommen“, hätte er sagen können. „Ich finde das mutig“, wieder sie. „Und, hat es sich gelohnt?“ Ganz leise, noch leiser, so dass er sie kaum verstand , sagte sie vielleicht: „Ja.“

Bernd und Simone, ich frage mich, ob sie so beginnen, ob sie beginnen. Ich kann es nicht mehr erfahren, denn ich werde mitgerissen und auf den Bahngleis geflutet. Im wegfahrenden Fenster sehe ich sie noch reden. Seine Hände erzählen mit, ihre sind genauso still wie sie. Und ich frage mich, ob sie vielleicht Ja gesagt hat.

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