Das Auto, ich und der Norden

Es ist der erste Tag im neuen Jahr und ich stehe, seit fünf Minuten wach, vor meiner Weltkarte an der Wand. Eiskalte, nach Regen riechende Luft weht durch meine Vorhänge an meinen Beinen vorbei. Leicht schwindelig von der gestrigen Party stehe ich trotzdem auf den Zehenspitzen, damit ich Europa besser sehen kann. Als ich langsam schläfrig wach wurde, waren mir plötzlich drei Dinge bewusst: Ich habe ein Auto, ich habe eine Woche Zeit und ich hab genug Geld, um mich durchzuschlagen. Schlagartig wach kletterte ich über das Fußende des Bettes, die Decke wegen der Kälte sicherheitshalber mitziehend. Jetzt gehe ich mehrere Pläne in meinem Kopf durch. Portugal. Über Paris und durch Spanien sollte das in vier Tagen machbar sein. Das war dennoch zu knapp. Weiter östlich sind zu viele Länder, durch die ich ungern allein durchfahren will. Ratlos schaue ich eine Weile ohne zu denken auf all das europäische Gewirr. An mein Fernweh gewöhnt will ich schon wieder zurück in mein noch warmes Bett, da sehe ich die kleinen gestrichelten Linien zwischen Dänemark und Schweden. Brücken. Ich googel es und das Ergebnis lässt sich sehen. Da will ich hin. Ich ziehe meine große Reisetasche von meinen Schrank runter, werfe versucht geplant verschiedene Kleidungsstücke hinein. Möglichst warm. Die Tasche landet auf dem Rücksitz und ich fahre durch den Regen los, nach Norden. Erster Zwischenstopp ist Hamburg. Nach fünf Stunden Autobahn fühle ich mich steif und alt, meine Knochen knacken und wackelig laufe ich zum ersten Mal in meinem Leben durch Hamburg. Hallo, Hamburg. Du bist aber hübsch. Bis morgen Früh bleibe ich hier. Es ist kalt, aber windstill. Ich weiß trotzdem, dass mich am nächsten Morgen der Wind weitertreiben wird.

Catch the train if you can gibt’s jetzt  regelmäßiger. Jeden Dienstag wird ein Eintrag online gestellt. Falls das trotzdem zu verwirrend ist, kann man meine Fahrten auch rechts in der Leiste per Email abonnieren. Bis nächsten Dienstag!

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