Einen Wunsch frei

Vorgestern wurde dieser Blog zwei Jahre alt. Er verfolgte mich von Frankfurt nach Darmstadt, über Berlin wieder zurück und mit mehreren Abstechern nach England, die USA, Schweden und den unerforschten Weiten meines Kopfes. Sinn und Zweck dieses Bloggens war, dass ich ein Vorbild für meine Kommilitonen sein wollte. Diese sollten sich selbst einen erstellen und diesen auf der Werkschau unseres Mediencampus zeigen. Mein Ehrgeiz für solche Studienprojekte ist erschreckend. Nachdem ich genügend Blogger rekrutiert und die Werkschau vorbei war, sollte Catch the train if you can wieder verschwinden. Wer kann ernsthaft mehr als eine handvoll Geschichten über das BAHNFAHREN schreiben?

Die Leser mochten mich. Ich verstand zum ersten Mal, dass es mir möglich sein könnte, genau die gleichen Lächeln in Gesichter zu erzeugen, die von mir geliebte Schreiber bei mir auslösen. Ich mag es, wenn eine Freundin mit mir Bahn fährt und sie mich fragt, ob ich darüber schreiben werde. Ich mag es, mir kleine Träume zu bauen, die die Welt als meinen Schreibtisch beinhalten. Alles, was ich brauche, ist ein Laptop und ab und zu eine Internetverbindung. Das könnte ich mein Leben lang machen. Gibt es einen Menschen, der jede Bahnverbindung der Welt abgefahren ist?

Zwar wurde vor kurzem mein Blog zwei Jahre alt, allerdings bin ich heute 25 Jahre alt geworden. Zwischen 23 und 25 werden liegen Welten. Mein Leben ist erschreckend ernst und erwachsen, jung und verrückt geworden und ich bin bereit für mehr. Die Züge sollen nicht mehr länger meinen Abfahrplan bestimmen, ich will mein eigener Zugführer werden. Ha, deswegen liebe ich das Bahnfahren! Es ist eine wunderbare Metapher.

Heute ist mein Geburtstag und deswegen habe ich einen Wunsch frei. Ich wünsche mir die Welt und einen Laptop. Denn mit den Träumen soll man nicht knauserig sein. Um dorthin zu gelangen, brauche ich die Hilfe von euch. Schreibt mir, womit ich Lächeln erzeuge und auf was ich verzichten sollte. Das ist das wertvollste Geschenk, das ihr mir machen könnt.

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4 Gedanken zu “Einen Wunsch frei

  1. Schreib einfach immer brav so wunderschön weiter, hier zu lesen weckt in mir immer das Gefühl ich sollte mal ganz dringend in den Zug steigen und nach ganz weit Weg fahren. Diese gesunde Ladung Fernweh mit ein bisschen Lebensfreude ist eine schöne Abwechslung in diesen grauen Tagen!
    Verzichten solltest du auf überhaupt gar nie nicht niemals etwas, Verzicht bedeutet Einschränkung und das muss ja mal wirklich nicht sein, lieber das Leben in seiner Vollkommenheit mitnehmen und zwar immer und überall!

  2. Dann nochmal nachträglich alles Gute zum Doppelgeburtstag! Ich kann ich Orphan nur anschließen: Schreib einfach so weiter. Die lokalen Berichte machen mich neugierig, da ich die Strecken kenne und, die Fernwehberichte stiften zu eigenem Fernweh an und abstrakten Artikel zwingen zum mehrfachen Lesen.

    Verzichten solltest du nur weiter auf das Schwarzfahren, da Fahrgeldeinnahmen mein Gehalt mitbezahlen ;-)

    1. Danke, Stefan! Dann werde ich mich wohl daran halten und weiterhin so schreiben. Und keine Sorge: Das mit dem Schwarzfahren war ein Versuch. Will dich nicht um dein Gehalt bringen und vor allem will ich mir den Stress ersparen ;-)

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