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Book of Paintings: Complete Book 5

Mir Notizbücher anschauen ist wie als würde ich mit einer feinen Knochensäge einen fremden Kopf öffnen. Fast geniere ich, als ich mir das BOOK OF PAINTINGS: COMPLETE BOOK 5 der Bloggerin Missy Hammond Dunaway anschaue, obwohl sie ihren Schädel selbst aufgesägt hat.
Ich sehe, wie sie an einem warmen Abend nach Hause läuft, ihr Bauch tut noch vom Lachen weh. Ich sehe eine in Whisky getunkte Nacht in einer Bar mit einer kaputten Jukebox und keiner Tanzfläche, dafür einem Billiardtisch. Ich sehe einen flüchtigen Blick am gegenüberliegenden Gleis kurz bevor die Bahn eintrifft.
Dann ist da plötzlich ein Stück aus meiner Geschichte in ihrem Kopf. Moment! Das kann nicht sein. Ich schaue genauer hin. Doch. Ich sehe eine Brücke über einem Fluss, die zu einer Stadt führt. Vor dem Wasser stehen Bänke, es ist Abend. Das Bild der Bloggerin ist in einem morgendlichen Blau gehalten, in meiner Erinnerung ist die Szenerie rot.
Jemand steht auf einer Bank und hat die Arme ausgebreitet. Sie ist 20 und das Laben ist jung und riecht frisch wie die Abendluft. Vor ihr liegt das dunkle Philadelphia. Sie streckt die Arme noch ein bisschen länger und wackelt mit dem Fingern.
Sechs Jahre später: Mit der Säge in der einen Hand greife ich fassungslos an meinen Kopf, um zu überprüfen, ob ich eine kleine Narbe finde. Meine Finger ertasten ganz viele davon.
Schließlich schaue ich das Bild einfach genussvoll an ohne über seine Entstehung zu zweifeln. Es ist einfach da. Wie schön.
Wann habe ich mich das letzte Mal so frei gefühlt?

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